Dryburn

Aus E-Dampf-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dryburn

Der Dryburn (3börn) stammt aus Zeiten, zu denen Verdampfer, bzw. Verdampfer-Köpfe relativ teuer und nicht so einfach zu bekommen waren. Bemerkte man, dass die Dampfleistung des Verdampfers deutlich nachließ, oder der Geschmack unangenehmer wurde, war es an der Zeit den Verdampfer zu wechseln. Mit dem Dryburn war es nun möglich, den alten Verdampfer in einen Zustand zu bringen, der es ermöglichte, diesen noch ein wenig länger genussvoll zu dampfen.

Dryburn FeV v. 3

Während des Betriebs des Verdampfers lagern sich nach und nach immer mehr Rückstände aus dem Liquid auf der Heizwendel und dem Liquid-Träger ab. Irgendwann ist dann der Punkt erreicht, an dem diese Kruste die Wendel derart bedeckt, dass sie an der Oberfläche nicht mehr schnell heiß genug werden kann, um das Liquid ausreichend zu vernebeln. Die Dampfleistung lässt nach. Außerdem kann durch die Verkrustung selbst ein unangenehmer Geschmack entstehen. Die Ablagerungen, die sich auch am Liquidträger (Docht) bilden führen oft auch dazu, dass nicht mehr ausreichend Liquid zur Wendel transportiert wird. In diesem Fall ist der Verdampfer reif für einen Austausch.

Ein Dryburn ist eine Möglichkeit, die Verkrustung von Wendel und Docht – zumindest teilweise – zu entfernen und damit die Lebensdauer des Verdampfers ein wenig zu verlängern. Zu diesem Zweck wird die trockene (dry) Wicklung in Betrieb genommen. Weil dabei aber die Kühlung durch das normalerweise vorhandene Liquid entfällt, glüht der Heizdraht auf (Vorsicht: mehrere hundert Grad) und die Verschmutzungen werden teilweise verbrannt (burn). Das darf nicht zu lange dauern, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass der Heizdraht wegen Überhitzung selbst durchbrennt. Allein durch Verbrennen lassen sich die Verkrustungen aber nicht entfernen. Aus diesem Grund pustet man, nachdem man die Wendel hat aufglühen lassen, auf die Wicklung, um diese möglichst schnell wieder abzukühlen. Oder man hält sie unter fließendes Wasser, wobei darauf zu achten ist, dass kein Wasser in Bereiche vordringen kann, in denen es nichts zu suchen hat, oder aus denen es nicht wieder heraus gebracht werden kann. Durch die schnelle (bei der Wasser-Methode ja sogar schlagartige) Abkühlung werden Teile der festen Kruste quasi abgesprengt. Diese kann man nun abklopfen, weg pusten, weg spülen. Eine Zahnbürste kann dabei helfen, lockere Reste endgültig zu lösen (allerdings nur bei Verdampfern, bei denen man mit der Bürste auch an die Wicklung gelangen kann). Das Abspülen hat den Vorteil, dass auch der Docht wieder ausgewaschen wird und sich die Liquid-Transportfähigkeit erhöht. Oftmals wurden die Verdampfer auch in Alkohol eingelegt, um hartnäckigere Verschmutzungen aus dem Docht zu lösen.

Nach erfolgtem Dryburn und anschließender Trocknung sind solche Verdampfer wieder für einige Zeit nutzbar. Meistens nicht so lange, wie ein fabrikneuer, weil sich oft nicht alle Verschmutzungen lösen lassen und außerdem durch die vorherige Nutzung die Oberfläche des Heizdrahtes bereits angegriffen und damit anfälliger für neue Verkrustung ist.

Ein Dryburn ist für die Wicklung nicht ungefährlich. Sofern der Docht aus einem Material besteht, das auch höheren Temperaturen widersteht (dryburnfähig), wird er so leicht keinen Schaden nehmen. Die Gefahr, dass jedoch der Heizdraht selbst beschädigt wird, ist durchaus gegeben. Aber man hat in diesem Fall nichts zu verlieren, denn die Wicklung war ohnehin vorher nicht mehr nutzbar.

Wichtig bei einem Dryburn ist es, den Verdampfer in betriebsfähigem Zustand möglichst so weit zu zerlegen, dass die Wendel gut zugänglich ist. Es müssen vor allem alle hitzeempfindlichen Komponenten in unmittelbarer Nähe der Wicklung demontiert werden. Das war zu Zeiten, als Dryburns beinahe notwendig waren, manchmal gar nicht so einfach. Gerade eGo-T Verdampfer, aber auch eGo-C Töpfchen waren nicht ganz einfach zu öffnen (so, dass sie sich später auch wieder zusammen bauen ließen). Für Cartomizer schied diese Methode ohnehin aus, weil das Trägermaterial – die Watte – um den Heizdraht herum gelegt war und nicht dryburnfest war. Es gab zwar auch Experten, die Cartomizer zerlegten, die Watte entfernten, den Draht reinigten und anschließend neue Watte einbrachten. Der Aufwand ist aber enorm, so dass es sich nicht wirklich lohnt. Es erweckte eher den Anschein einer „Machbarkeits-Studie“.

FeV v. 2 vor dem Dryburn
FeV v. 2 nach dem Dryburn

Wer einen Selbstwickelverdampfer (SWVD) sein Eigen nennt, muss eigentlich keinen Dryburn mehr durchführen. Die Kosten einer neuen Wicklung sind so gering, dass es sich nicht wirklich lohnt. Und an Wickelmaterial gelangt man auch mühelos. Mit dem Vormarsch der Microcoil-Wicklungen hat der Dryburn allerdings eine Renaissance durchlebt. Bei einer Microcoil macht er auch wirklich Sinn, denn es wird der Docht ohnehin aus der kleinen Spule gezogen. Der Dryburn geht sehr schnell vonstatten und führt zu einer nahezu neuwertig aussehenden Wicklung. Nach Bestückung mit einem neuen Docht hat man eine nahezu neuwertige Wicklung. Auch hier leidet der Draht sicher ein wenig, aber er lässt sich um ein Vielfaches länger verwenden, als bei herkömmlichen Wicklungen. Das ganze Prozedere ist eine Sache von wenigen Minuten und führt zu sehr guten Ergebnissen.

Die Nutzergewohnheiten haben sich in den letzten Jahren und Monaten enorm verändert und die Technik hat sich weiter entwickelt. Der Trend geht zu Wicklungen mit niedrigem Widerstand, um hohe Leistungen zu ermöglichen und gleichzeitig die Aufheizzeit der Wicklung zu verkürzen. Um noch ausreichend erhitztes Material zu haben, werden Drähte mit großem Querschnitt verwendet, die einen geringeren Widerstand aufweisen und so mehr Windungen erfordern. Diese Heizdrähte sind in gewickeltem Zustand extrem stabil, weshalb auch bei “klassischen” Wicklungen (Wicklung ohne Berührung der einzelnen Windungen) das Trägermaterial leicht entnommen und nach der Reinigung wieder eingeführt werden kann. Aus diesem Grund werden Dryburns häufiger durchgeführt, um den Aufwand für eine neue Wicklung zu vermeiden.

Einige führen auch „Wartungs-Dryburns“, bzw. vorbeugende Dryburns durch. Es wird also diese Art der Reinigung periodisch vollzogen, ohne dass die Wicklung schon den Zustand erreicht hat, dass sie nicht mehr nutzbar wäre. Über diese Praxis ist man in der Dampfer-Szene geteilter Meinung. Einerseits verkrustet die Wicklung dabei niemals vollkommen, andererseits ist es aber ein nicht notwendiger Aufwand, der auch immer die Gefahr der Beschädigung der Wendel birgt. Ob man das praktiziert, muss man sich gut überlegen und pro und contra für sich selbst abwägen.



--PepeCyB (Diskussion) 16:32, 5. Sep. 2016 (MET)